Wir sind komplett überrascht und wahnsinnig erfreut: Wir sind Citoyenn*es!!!!
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Maja Göpels Grußbotschaft, in der die Patin der Veranstaltung uns darin bestärkte, dass es auf jeden und jede ankommt und dass unser Engagement gegen Klimawandel wirksam ist. |
Die Preisverleihung im Frankfurter Gallus Theater war sehr lebendig und inspirierend. Zunächst sorgte ein kleiner Briefumschlag für jede*n schon am Einlass für eine wohlwollende Atmosphäre, denn hierin waren Briefchen mit Komplimenten, die sich die Gäste gegenseitig machten. Dann folgte Maja Göpels Grußbotschaft.
Auf die Gefahr hin, dass dies ein sehr langer Artikel wird, möchten wir als Inspiration kurz auch unsere Eindrücke über die anderen ausgezeichneten Projekte schreiben. Allerdings beruht alles, was wir über die anderen Gruppen schreiben, darauf, wie wir es verstanden haben. Es könnte also leicht abweichen.
Zunächst haben wir den Gewinner von vor zehn Jahren, Alfred Westenberger, auf der Bühne erleben dürfen, der in Oberreifenberg eine große Schmetterlingswiese betreut. Dort ist es ihm gelungen, den Verlust von Artenvielfalt nicht nur aufzuhalten, sondern umzudrehen! Denn heute tummeln sich auf dem Gebiet sogar vierzig Schmetterlingsarten.
Die Vorstellung der aktuellen Projekte ging fulminant los: Mit dem Beweidungsprojekt am Hässeler Weiher im Main-Kinzig-Kreis, wo Andreas Höfler auf kleinem Raum ein Biotop geschaffen hat, das dem Zustand entspricht, in dem Hessen ohne menschliche Einwirkung heute wäre. Dort leben Wildesel und Wasserbüffel und andere große Weidetiere, die dafür sorgen, dass Buchenwälder eben nicht alles überdecken, wie die theoretische Botanik noch bis vor kurzem angenommen hat.
Julia und Mane von der „Initiative MainWäldchen“ haben dann die Idee hinter den Tiny Forests für Frankfurt vorgestellt, bei denen auf kleinstem Raum eine sehr große Artenvielfalt besteht und so auch viele Insekten Lebensraum finden. Das Gedeihen des ersten „Tiny Forest“ verfolgen wir ja seit Jahren im Grünzug Eckenheim mit und es ist wirklich erstaunlich, wie schnell er wächst und wie viele Baumarten sich dort finden.
Dann hat Kurt Thiel die Energiewende des Sportvereins „TV Babenhausen“ beschrieben. Dort haben sie mit sehr viel Eigeninitiative energetisch saniert und sind inzwischen autark. Dieser vorbildhafte Weg, mit dem die Nachhaltigkeit in einem Bereich Einzug hält, der davon bisher eher unberührt war, wird hier in Eckenheim von der Turnerschaft Jahnvolk 1881 e.V. auch seit Jahren beschritten, bisher allerdings noch ohne Wärmepumpe.
Erika Hoffmann hat dann ihren Essbaren Waldgarten, den sie in Oberrad auf dem Gebiet der „Kooperative“ errichtet, vorgestellt. Ihr ist es ein Anliegen, Kindern und Erwachsenen zu vermitteln, was alles einfach so wächst und da ist und gut schmeckt und wie wunderbar es ist, „das Gras wachsen zu hören“, also der Natur um uns herum Aufmerksamkeit zu schenken und zu beobachten, zu erspüren, welche Pflanze welche Bedingungen zum Erblühen braucht.
Auch der „NABU Frankfurt Nord e.V.“ hat mit der Wiedervernässung der Eschbachaue in Niedereschbach ein ganz tolles Projekt begonnen. Das Ziel ist, ein immer größeres Gebiet zwischen Harheim und Niedereschbach zu renaturieren, damit sich wieder mehr Vögel und Insekten ansiedeln.
Die Nachbarschaftsinitiative „Bee Sossenheim“ hat eine sich selbst überlassene Brache von Müll und invasiven Arten befreit und pflegt dieses nun naturnah. Ihre Bemühungen erscheinen mir ähnlich wie die unseren. Hier wird, so habe ich es verstanden, eine neue Stadtwildnis durch Anwohner*innen als Trittstein der Artenvielfalt entwickelt. Es bestätigt sich also mal wieder, dass gute Ideen an mehreren Orten gleichzeitig entstehen.
Die nächste Gruppe, die sich vorgestellt hat war der „Weltacker Wetterau e.V.“ aus Friedberg. Sie berichten, dass es „Weltäcker“ schon an vielen Orten gibt und dass sie alle vernetzt sind. Die Idee des Weltackers ist, zu zeigen, wie viel Ackerland jedem Menschen zustünde, wenn die Welt gerecht aufgeteilt wäre. Sie zeigen, was an Bewirtschaftung auf diesen Flächen von jeweils 2000 qm nachhaltig möglich ist und fordern, dass niemand mehr verbrauche als das. Sie sind eine weltweite Bewegung und machen viele Bildungsangebote.
Während wir noch darüber nachdenken, all diese Projekte besuchen zu wollen und während wir dem erst 14-jährigen, unglaublich virtuosen Pianisten Jad Barzinsky am Flügel zuhören, wird uns bewusst, dass nur noch die drei Hauptpreise fehlen, wir aber immer noch nicht aufgerufen sind. Die Spannung steigt, es fließen sogar Tränen …
Aber der dritte Preis geht wieder nicht an uns, sondern nach Bad Homburg an die „Interessengemeinschaft Kirdorfer Feld e.V“ für die Umsetzung ihrer Idee, wieder äppelwoi in Bad Homburg zu keltern und dafür ehemalige Streuobstwiesen wieder zu bewirtschaften. Diesmal aber komplett nachhaltig und mit autarker Energie.
Nun endlich – als zweite Gewinnerin, wird die „Initiative Grünzug Eckenheim“ für das Projekt „Neue Stadt Wildnis“ ausgezeichnet. Wir bekommen die CITOYENNE 2026 verliehen und gewinnen ein Preisgeld 3.000 Euro. Wir können es kaum fassen.
Während
der Gespräche am weiteren Abend erfahren wir, dass besonders unsere
Arbeit in die Breite, also unsere Bemühungen um Kooperation nach allen
Seiten und mit allen Akteuren im Stadtteil, unsere Beständigkeit in der
Weiterarbeit über viele Jahre hinweg, unsere ganzheitliche Betrachtung
der Neuen Stadt Wildnis als ein Trittstein der Natur, der den Austausch
der Insektenpopulationen zwischen Hauptfriedhof und Sinaiwildnis
befördert, und schließlich unsere gleichermaßen soziale wie ökologische
Ausrichtung positiv bemerkt wurde. Besonders bestärken soll uns der
Preis auch bei unserer neuesten Idee, Pflückgärten unter Beteiligung von
Insassinnen der JVA Preungesheim zu verwirklichen. Hierfür verspüren
wir durch den Preis nun enormen Rückenwind.
Der erste Preis geht wohlverdient an den Verein zur Förderung von Klimagerechtigkeit in Frankfurt. Dieser Verein stiftet „Balkonkraftwerke“, also kleine Solaranlagen, für Frankfurter Haushalte, die sich diese sonst nicht leisten könnten. Der Verein übernimmt für die geförderten Haushalte nicht nur den Einbau, sondern auch die gesamte Antragstellung und sogar das Sprechen mit den Vermietern. Der Verein bietet somit ein rundum Sorglospaket, um auch diejenigen, die sich bisher nicht mit dem Thema beschäftigt haben, an der Klimawende zu beteiligen. Das Preisgeld soll dafür benutzt werden, Solaranlagen für zehn Haushalte zu bauen: Einfach WOW!
Es war einfach schön, mit Menschen zusammen zu kommen, die sich für uns alle und unseren Lebensraum engagieren. Wir waren richtig umgehauen davon, was sich bewegen lässt, wenn Menschen sich trauen Visionen zu entwickeln, sich zusammentun, ihre Kraft auf Verwirklichung hin ausrichten.
Wir schließen uns spätestens nach diesem Abend der Überzeugung der Stiftung CITOYEN an, die auf ihrer Homepage schreibt, dass wir gemeinsam viel bewegen und die Zukunft gestalten können.
Danke für diesen wunderbaren Abend und weiter so mit Bürgersinn, wir alle sind Citoyen*nes!
INITIATIVE GRÜNZUG ECKENHEIM 2026



